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Primärenergie 3.9.3
SCHLANGEN UND SCHLEIFEN
Eine live-Video-Installation zur Ökonomie von Wartezeiten
Das Institut für Primärenergie untersucht «Finanzierungsstrategien am Rande des Machbaren»* und sagt: „Finanzierungsstrategien sind kein Spiel. Wir machen sie zu einem.“ Als Elemente des Spiels schälen die 4 Institutsmitglieder die Aspekte Verlust/Gewinn, Beschwerdeführung, Handlungsfähigkeit und Warten heraus.



„Schlangen und Schleifen“ etabliert das «1 x – Aussetzen – Feld» im Spiel. Wer hier landet, kann sich in aller Ruhe anschauen, worum es geht:
• um die Lust am Machtgefühl, jemanden warten zu lassen;
• um die Machtlosigkeit in Warteschleifen mit Wartemelodienloops zu hängen;
• um Wartezeiten als ein Refugium für Langsamkeit und Zeitverschwendung;
• um Wartezeiten, die Konsum und Effektivität behindern.
Wut prallt auf Gelassenheit, viel gewartete Zeit paart sich mit wenig Geld und wenig gewartete Zeit mit viel Geld.
Kurz bevor sich Warten in perfekt gemanagtes Multitasking auflöst, erprobt das Institut die Finanzierungsstrategie: Verkauf des knappen Guts zu Höchstpreisen! Wenn es dann ausverkauft ist und auch Biographien keine Aussetzer mehr aufweisen, gibt es dann auch keine Erwartung mehr? Und was ist mit dem Unerwarteten?


*«Schlangen und Schleifen» ist Teil der Recherchen, die das Institut seit 1999 zu kollaborativen
Arbeitsweisen und (künstlerischen) Produktionsbedingungen, und damit auch zu Finanzierungsstrategien
am Rande des Machbaren betreibt. Die jeweils konkreten Bedingungen werden thematisch und strukturell
Teil ihrer gemeinsamen Arbeiten wie auch der Einzelarbeiten der Institutsmitglieder und seiner Gäste.
Zur Veröffentlichung oder Präsentation seiner Arbeitsprozesse zapt sich das Institut durch bekannte und
erprobte Veranstaltungs- und Präsentationsformen. Es adaptiert, kopiert, persifliert und vereinnahmt sie.
Dabei kann es sich um das Format eines Fernsehquizzes mit Zuschauerbewertung handeln, um einen Vortrag,
um ein Dienstleistungsangebot im Internet oder um ein klassisches Bühnenstück. «F.a.R.M. Finanzierungsstrategien am Rande des Machbaren – Berlin 2006». wird gefördert durch das
Werkstattprogramm des Hauptstadtkulturfonds, Berlin